2. Kreuzzug - König Konrad auf dem Schlachtfeld
Zweiter Kreuzzug - König Konrad  schlägt zu
Der zweite Kreuzzug -
Tod oder Taufe
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Im Tod des Heiden sucht der Christ seinen Ruhm, weil Christus verherrlicht wird... Bernhard von Clairvaux

ZENGI EROBERT EDESSA

Der oströmische Kaiser Johannes II. stirbt im August 1143 nach einem Jagdunfall. König Fulko von Jerusalem ereilt im November das gleiche Schicksal. Für Imad ad-Din Zengi, Atabeg von Mosul ein günstiger Augenblick, die "Franken" im Norden anzugreifen. Joscelin von Edessa ist mit seinen Truppen unterwegs, als Zengi die Stadt einkreist. Der Graf wagt es nicht, das Heer Zengis anzugreifen. Auch der Regent von Antiochia leistet keinen Beistand. Einen Monat lang können die Bürger Edessa gegen Zengi halten. Am Weihnachtsabend 1144 stürzen die Mauern ein. Ibn al-Qalanisi beschreibt die Erstürmung der Stadt:

Die Muslims erzwangen den Eintritt in die Stadt, nachdem auf beiden Seite viele gefallen waren. So viele Franken und Armenier wurden getötet und verwundet, dass sie gezwungen waren, die Stadt zu verlassen....

Nach Ibn-al-Atir ist der Sieger großherziger:

Den Truppen wurde befohlen, alle Gefangenen, Männer, Frauen und Kinder, seien zu ihren Häusern zurückzuführen. Was von ihnen erbeutet worden sei, sollte ihnen zurückgegeben

Die Eroberung Edessas wird in der islamischen Welt als ein Triumph im Glaubenskrieg gefeiert. Zengi macht aber keine Anstalten, seine Offensive fortzusetzen - wohl wegen der Dauerfehde mit den Regenten von Damaskus.

VERZÖGERTE REAKTIONEN IM ABENDLAND

Papst Eugenius III. empfängt die Nachricht vom Fall der Grafschaft Edessa im Frühjahr 1145 in Viterbo als eine Delegation der Kreuzfahrerstaaten um den Beistand des Abendlandes nachsucht. Die Möglichkeiten des Papstes, sich selbst um einen neuen Kreuzzug zu kümmern, sind eingeschränkt. Republikanisch gesonnene Römer verweigern Eugenius den Zutritt zur Stadt. Eine Kreuzfahrt des deutschen Königs Konrad III. käme ihm nicht gelegen, da er dessen Beistand gegen die Anhänger Arnolds von Brescia in Rom benötigt. Im Dezember sendet Eugenius schließlich ein Schreiben an König Ludwig VII. von Frankreich. Darin fordert er die Franzosen zum Kreuzzug auf und stellt die Vergebung der Sünden in Aussicht. Der König reagiert sofort. Auf einem Hoftag in Bourges kündigt er eine französische Kreuzfahrt an. Zu seinen Motiven gehört wahrscheinlich der Wunsch, für das Massaker von Vitry Buße zu tun. Die französischen Feudalherren zeigen dagegen keinerlei Bereitschaft zu einer militärischen Unternehmung. Die Entscheidung wird bis zum nächsten Hoftag verschoben, der an Ostern 1146 in Vézélay stattfinden soll. Der König schaltet nun einen einflußreichen und wortgewaltigen Mönch ein: Bernhard von Clairvaux.

DER HONIGSÜSSE

Der adlige Bernhard von Fontaine war im Orden der Zisterzienser dank seiner vielseitigen Talente schnell aufgestiegen und gründete 1115 das Kloster Clairvaux. Als Abt von Clairvaux schuf er eine mächtige Organisation von Tochterklöstern. Seine geistige Autorität war so groß, dass sie zu einer realen Macht wurde. Bernhard von Clairvaux war einflussreicher als der Papst. Er sah sich als Reformer und wollte die weltlichen Aktivitäten der Kirche zurückdrängen. Die Feudalherren anzuhalten, im Sinne der Kirche das Richtige zu tun, schien ihm der einfachste Weg. Und was er für richtig hielt, konnte er überzeugend darlegen. Er gilt als einer der größten Prediger aller Zeiten und wurde gelegentlich der "Honigsüße" genannt. Bernhard von Clairvaux, der spätere Heilige, wird die treibende Kraft des zweiten Kreuzzuges. Der Abt bestärkt den französischen König in seinen Absichten, stellt aber die Führungsrolle der Kirche sicher. Im März 1146 ergeht eine zweite päpstliche Kreuzzugsbulle. Die Privilegien für Kreuzfahrer werden darin festgelegt: Vergebung der Sünden, Schutz für Eigentum und Angehörige und ein Zinserlass. Bernhard von Clairvaux erhält den Auftrag, den Kreuzzug zu predigen, und er tut dies mit Erfolg.

KREUZZUGSSTIMMUNG IN FRANKREICH

In Vézélay finden sich Ostern 1146 Tausende von Menschen ein: Hoher und niedriger Adel, Kleriker, Söldner und viele andere, die der himmlische Lohn lockte, oder die normalen Zugewinne im Krieg, oder beides. Es war doch noch Kreuzzugsstimmung aufgekommen. Die Predigten und schriftliche Aufrufe des Abtes hatten gewirkt. Einige Aufrufe sind überliefert. Bernhard benutzt häufig Begriffe aus dem Wirtschaftsleben:

Du tapferer Ritter, du Mann des Krieges, jetzt hast du eine Fehde ohne Gefahr, wo der Sieg Ruhm bringt und der Tod Gewinn. Bist du ein kluger Kaufmann, ein Mann des Erwerbs in dieser Welt, einen großen Handel sage ich dir an. Sieh zu, dass er dir nicht entgeht. Nimm das Kreuzeszeichen, und für alles, was du reuigen Herzen beichtest, wirst du auf gleiche Weise Ablass erlangen. Das Holz selbst kostet wenig, wenn man es kauft. Wenn es demütig auf die Schultern genommen wird, ist es ohne Zweifel das Reich Gottes wert.

In Anlehnung an die Rede Urbans II. in der Version Fulchers von Chartres, ruft der Abt auch Kriminelle zur Kreuzfahrt auf. Bernhard von Clairvaux:

Jetzt bewirken es unsere Sünden, dass dort die Feinde des Kreuzes ihr gottloses Haupt erhoben haben und mit der Schärfe des Schwertes das gesegnete Land verwüsten... Was tut ihr, tapfere Männer, was tut ihr, Diener des Kreuzes? Werdet ihr so das Heilige den Hunden und die Perlen den Säuen vorwerfen...? Wohl könnte der Allmächtige mehr als zwölf Legionen Engel senden...ich aber sage euch: Euer Gott versucht euch... Zieht in Erwägung, wieviel Kunst er dafür verwendet, euch zu retten... nicht euren Tod will er, sondern dass ihr euch bekehrt und lebt... Ist es denn nicht eine ausgesuchte und allein für Gott auffindbare Gelegenheit, dass der Allmächtige Mörder, Räuber, Ehebrecher, Meineidige und mit anderen Verbrechen Belastete in seinen Dienst ruft... Misstraut nicht, Sünder, der Herr ist mit euch... Er müht sich..., indem er seine Streiter durch Nachlass ihrer Vergehen und ewige Herrlichkeit entlohnt... Selig nenne ich die Generation, die den Zeitpunkt derart reichlicher Vergebung ergreift und dieses wahrhafte Jubeljahr lebend angetroffen hat... Gürtet euch mannhaft und ergreift im Eifer für den christlichen Namen die die glückbringenden Waffen.

Bernhard von Clairvaux predigt auf freiem Feld vor der Stadt. Die Menge ist begeistert und so viele geloben die Kreuzfahrt, dass die vorbereiteten Stoffkreuze nicht ausreichen. Da auch bedeutende weltliche und kirchliche Fürsten das Kreuz nehmen, ist der französische Kreuzzug eine beschlossene Sache. Der König nimmt Anleihen zur Finanzierung des Feldzugs auf und verhandelt mit Byzanz über die Durchreise.

WERBUNG IN DEUTSCHLAND

Bernhard von Clairvaux will mehr: Ohne Absprache mit dem Papst versucht er nun in Frankfurt den deutschen König Konrad III. zum Kreuzzug zu bewegen. Aber der König winkt ab, er hat genug Probleme im Reich. Bernhard lässt nicht locker und predigt in mehreren deutschen Städten. Weihnachten 1146 trifft der Abt in Speyer mit Konrad zusammen. Im Dom von Speyer spricht Bernhard mit Hilfe eines Dolmetschers. Konrad ist bewegt und nimmt das Kreuz, viele Große des Reichs schließen sich an, darunter Friedrich von Schwaben, der spätere Kaiser Barbarossa.

VERNICHTUNG ODER BEKEHRUNG

Anlässlich eines Reichstags in Frankfurt kommt der Abt den Interessen sächsischer Fürsten entgegen. Er billigt einen Kreuzzug gegen die Slawen im Osten und gewährt den Teilnehmern das Privileg der Sündenvergebung:

Wir verlangen auf den Rat des Herrn Königs und der Bischöfe und Fürsten hin, die in Frankfurt versammelt sind, dass die Heeresmacht der Christen gegen sie (die Slawen) bewaffnet werde und das Heilszeichen nehme, um jene Heiden völlig zu vernichten oder sicher zu bekehren. Wir verheißen ihnen dieselbe Sündenvergebung, wie jenen, die nach Jerusalem aufgebrochen sind...Wir untersagen auf jeden Fall, mit den Heiden auf irgendeine Weise ein Bündnis zu schließen, weder für Geld noch Tribute, bis mit Gottes Hilfe ihr religiöser Brauch oder ihr Volk vernichtet ist.

JUDENPOGROME

In Worms, Köln, Mainz, Speyer und anderen Städten greifen Kreuzfahrer und Bürger die jüdischen Gemeinden an. Wie beim ersten Kreuzzug hatten die Predigten über die Todfeinde der Christenheit die Massen aufgebracht. Da Muslims nicht zur Hand waren, richtete sich der Volkszorn wieder gegen die Juden. Aus Würzburg liegt der Bericht eines Annalisten vor:

Alle eilen zu dem Ort, den einst die Füße Jesu berührten, heften sich vermessen das Zeichen des Kreuzes an, zwingen fast auf dem ganzen Marsch die angetroffenen Juden zur Taufe und töten die Widerstrebenden auf der Stelle... Ich will aber aus vielen ein Beispiel für ein Judenpogrom anführen, das in Würzburg stattfand, damit ich durch die Gewissheit dieses einen Beispiels den übrigen mehr Glaubwürdigkeit angedeihen lassen kann. Als im Februar die Kreuzfahrer in der Stadt zusammenströmten, wurde am 24. Februar der Leichnam eines in viele Teile zerschnittenen Menschen aufgefunden... Die verstreuten Teile des Körpers werden gesammelt, der Leichnam zum Krankenhaus in der Stadt gebracht und dort in der Vorhalle außerhalb der Kirche beigesetzt. Man ergreift das gleichsam als gerechte Gelegenheit gegen die Juden. Bürger wie Fremde dringen, ergriffen von plötzlicher Wut, in die Häuser der Juden ein, gehen auf sie los und töten Greise wie Jüngere, Frauen wie kleine Kinder ohne Unterschied, Aufschub oder Erbarmen. Wenige werden durch die Flucht gerettet, noch weniger werden in der Hoffnung auf Entkommen getauft. Weiterhin hieß es, seien beim Begräbnis des genannten Leichnams Zeichen geschehen, so dass man glaubte, Stumme sprächen, Blinde sähen, und Lahme gingen wieder. Die Kreuzfahrer verehrten jenen Menschen wie einen Märtyrer, trugen die Überreste seines Körpers herum und forderten, dass dieser kanonisiert werde. Der gottesfürchtige Bischof der Stadt, Siegfried, leistetet mit seinem Klerus ihrer Schroffheit, ja ihrem Irrtum, Widerstand. Da entfesselten sie ein derartige Verfolgung gegen Bischof und Klerus, dass sie, weil sie den Bischof steinigen wollten, ihn bis in den Schutz der Türme trieben.

Ein Zisterziensermönch namens Radulf hatte im Rheinland ohne Erlaubnis den Kreuzzug gepredigt. Bernhard von Clairvaux schickt ihn ins Kloster zurück und wendet sich gegen die Judenverfolgungen:

Die Juden dürfen nicht verfolgt und getötet werden und nicht einmal verjagt... Sie sind in alle Himmelsrichtungen zerstreut worden, damit sie Zeugen unserer Erlösung sind, solange sie überall die gerechte Strafe für eine so große Untat erleiden.

Bernhard von Clairvaux hält also an der hergebrachten Schuldzuweisung fest. Aber seine Intervention rettete vielen Juden das Leben. Rheinische Juden ziehen vorsorglich mit ihrer Habe in eine Burg, die sie dem Bischof von Köln abgekauft haben.

DER AUFBRUCH DER DEUTSCHEN

Der Würzburger Annalist äußert sich über die Motive der Kreuzfahrer:
Die einen gingen aus Neugier, um ferne Länder zu sehen, andere zwang die Not. Und die zuhause in schwieriger Lage waren, zogen nicht nur gegen die Feinde des Kreuzes Christi. Sie kämpften auch zur Erleichterung ihrer Armut bei günstiger Gelegenheit gegen Freunde, die auch Christen heißen... Andere, die von Schulden bedrängt wurden, oder die sich den Verpflichtungen gegenüber ihren Herren entziehen wollten, oder die ihre gerechten Strafen für ihre Untaten erwarteten, heuchelten Eifer für Gott und eilten doch nur, um so großer Bedrängnis zu entgehen.
Im Mai 1147 versammeln sich die deutschen Kreuzfahrer in Regensburg und brechen Ende des Monats auf. Die Bessergestellten fahren zu Schiff donauabwärts. Die Fürsten begegnen einander mit Argwohn, fast jeder hat Händel mit jedem. Ein einheitliches Kommando läßt sich nicht herstellen, so sehr sich König Konrad auch müht. Zunächst hält die Disziplin, zwischen zwanzig und dreißigtausend Kreuzfahrer marschieren ohne Zwischenfälle durch Ungarn. Zwischen Belgrad und Philippopel, auf byzantinischem Gebiet, verliert König Konrad die Kontrolle, und es kommt zu ersten Plünderungen. Einzelne Haufen brandschatzen die Vorstädte von Philippopel. Konrad ist besorgt, weil die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Deutschen und Byzanz auf dem Spiel stehen. Konrads Schwägerin Berta von Sulzbach war mit dem byzantinischen Kaiser Manuel I. verheiratet worden.

DEUTSCHE UND GRIECHEN

Bischof Otto von Freising, der im deutschen Aufgebot reist, macht einige Notizen über den Verlauf des Kreuzzuges. Ausschreitungen der Deutschen verschweigt er seinen Lesern. Der Chronist des französischen Aufgebots, Odo von Deuil, hat kurz darauf Gelegenheit, den Schaden in Philippopel zu studieren. Er schildert auch den Ablauf der Ereignisse:

Als dort die Deutschen in den Wirtshäusern saßen, setzte sich unglücklicherweise ein Gaukler dazu, obwohl er ihre Sprache nicht verstand, und begann zu trinken. Und nach langer Völlerei holte er eine Schlange hervor, die er verzaubert an der Brust trug... und trieb allerlei Spiele und Späße... Die Deutschen springen sogleich, als hätten sie ein Vorzeichen gesehen, wütend auf, ergreifen den Schauspieler und zerreißen ihn in Stücke... Sie behaupten, die Griechen hätten sie mit Gift töten wollen. Die Stadt gerät durch den Aufruhr in der Vorstadt in Verwirrung, und der Statthalter eilt mit einer Schar seiner Leute unbewaffnet nach draußen, um die Menge zu beruhigen. Das von Wein und Wahn verwirrte Auge der Deutschen sieht aber nicht nach Waffen, sondern auf den schnellen Lauf. Sie dringen auf jene ein, die Frieden stiften wollen... (Die Byzantiner)... fliehen in die Stadt, ergreifen ihre Bogen, und gehen erneut hinaus, und verwunden oder töten die, vor denen sie geflohen waren. Sie hören erst auf, nachdem alle aus der Vorstadt vertrieben sind. Dort, und insbesondere in den Herbergen, sind viele Deutsche getötet oder wegen ihres Geldes in Höhlen geworfen worden. Als sie aber Verstand und Waffen wiedererlangt hatten, kehrten die Deutschen zurück und brannten außerhalb der Mauern fast alles nieder, um ihre Ehre und den Mord an den anderen zu rächen.

Konrad entschuldigt sich und bestraft einige Schuldige.

DEUTSCHE UND FRANZOSEN

Im deutschen Heer reisten auch einige französische Kreuzfahrer, die den Abmarsch von König Ludwig nicht abgewartet hatten. Odo von Deuil beschreibt die Entwicklung der deutsch französischen Beziehungen:
Für unsere Leute aber waren die Deutschen untragbar... Man ging von beiden Seiten zum Markt; aber die Deutschen duldeten es nicht, dass die Franzosen etwas kauften, bevor sie selbst davon genug hatten. Darauf entstand Streit, ja sogar Geschrei... Schläge austeilend und einsteckend kehrten die Franzosen mit Lebensmitteln zurück. Weil die Deutschen viele waren, fanden sie den Hochmut der Franzosen schmählich, ergriffen die Waffen gegen sie und griffen sie wütend an; diese leisteten in gleicher Weise bewaffnet feindlichen Widerstand. Indem aber die Nacht schnell hereinbrach, beendete Gott das ruchlose Treiben.

KÖNIG UND KAISER GERATEN ANEINANDER

Bei Adrianopel (Edirne, Türkei) wird ein deutscher Ritter von einheimischen Banditen umgebracht. Daraufhin unternimmt Herzog Friedrich von Schwaben einen Rachefeldzug. Seine Truppen stürmen das Kloster, bei dem das Verbrechen begangen worden war. Die Insassen werden nach Auskunft byzantinischer Quellen niedergemetzelt. Zwischen plündernden Deutschen und byzantinischen Polizeitruppen kommt es ständig zu Gefechten. Kaiser Manuel fordert Konrad auf, an Konstantinopel vorbeizumarschieren. Da Konrad ablehnt, läßt Kaiser Manuel reguläre Truppen aufmarschieren. Ein Unwetter entschärft zeitweise den Konflikt. Kurz vor Konstantinopel erleiden die Deutschen bei einer Überschwemmung schwere Verluste. Der Chronist Otto von Freising sieht darin einen Fingerzeig Gottes:

In der Erwägung, dass dies eher eine göttliche Strafe als eine natürliche Überschwemmung war, waren wir nur noch mehr betäubt, jedoch rannten wir zu den starken Rossen, und jeder versuchte, so gut er konnte, über den Fluss zu kommen. Da sah man die einen schwimmen, die anderen sich an die Pferde klammern, wieder andere ließen sich an Stricken jämmerlich fortziehen, um der Gefahr zu entrinnen. Andere stürzten sich kopflos in die Fluten und versanken, weil sie sich unbedachter Weise mit anderen umschlangen.

Mitte September 1147 erreicht das deutsche Heer Konstantinopel. Da die Plünderungen nicht aufhören, setzt Kaiser Manuel erneut Polizeitruppen in Marsch und lässt die Tore schließen. Es kommt zu einem lebhaften Briefwechsel. Konrad entschuldigt die Plünderungen mit der Zügellosigkeit seiner Truppen. Manuel antwortet höhnisch, er könne ja nach dieser Entschuldigung seinen Truppen ebenfalls freien Lauf lassen. Konrad fordert daraufhin wütend das kaiserliche Prunkschiff, um nach Kleinasien übersetzen zu können; im Falle der Weigerung werde er sonst im nächsten Jahr Konstantinopel angreifen. Als Manuel vorsorglich seine Truppen aufmarschieren lässt, fühlen sich die Deutschen provoziert und greifen sofort an. Sie holen sich blutige Köpfe. Schließlich lenken beide Seiten ein. Mitte September wird das Heer mit einfachen Frachtschiffen nach Kleinasien transportiert. Über die Ereignisse in Konstantinopel berichten nur byzantinischen Quellen. Otto von
Freising hat die Feder nach der Schilderung des Unwetters beiseitegelegt.

DER MARSCH DER FRANZOSEN

Das französische Kreuzheer bricht ungefähr einen Monat später auf als das deutsche und erreicht Ende Juni 1147 den Rhein bei Worms. König Ludwig hat strenge Disziplinarverordnungen erlassen. Der französische Chronist Odo von Deuil beschreibt das Verhalten seiner Landsleute in Worms:
Hier bemerkten wir den ersten dummen Hochmut unseres Volkes. Die Soldaten setzten nämlich über, und der Herr König beschloss, da die Ausdehnung der Wiesen hinreichend groß befunden wurde, den verehrungswürdigen Bischof von Lisieux, Arnulf, mit seinen Normannen und Engländern zu erwarten. Lebensmittel flossen uns über den Fluss von der Stadt zu, und es war ein beständiges Kommen und Gehen unserer Leute und der Einheimischen. Schließlich erhob sich Streit. Die Kreuzfahrer warfen die Seeleute in den Fluss. Als sie das sahen, liefen die Bürger zu den Waffen und nachdem einige verwundet worden waren, töteten sie einen Mann auf der Stelle. Die Kreuzfahrer gerieten durch dieses Verbrechen in Verwirrung, die Armen schrieen nach dem (für die Bürger ebenso wie für manche der unsrigen, nämlich die reichen Händler und Wechsler) verderbenbringenden Feuer. Aber die verständigen Leute auf beiden Seiten unterdrückten mit Gottes Willen beiderseits die Dummköpfe.

Am 29. Juni erreichen die Franzosen Regensburg, wo sie eine Gesandtschaft aus Konstantinopel erwartet. Kaiser Manuel verlangt von König Ludwig Garantien für die Rückgabe der zu erobernden Territorien. Ludwig verspricht lediglich, als Freund handeln zu wollen, lässt aber seine Barone den Lehnseid auf Kaiser Manuel schwören. Der Marsch durch Ungarn und den Balkan verläuft friedlich. Die Franzosen leiden Not, weil die Märkte leergekauft sind. Wo die Deutschen geplündert haben, bleiben die Einheimischen misstrauisch. Die Märkte sind leergekauft und die Preise sind gestiegen. Auf byzantinischem Gebiet beginnen nun mittellose Franzosen zu plündern. Ludwig spricht harte Strafen aus und die byzantinischen Behörden reagieren behutsam. So werden größere Konflikte vermieden. Anfang Oktober treffen die Franzosen in Konstantinopel ein und König Ludwig wird von Kaiser Manuel freundlich empfangen.

KOALITION GEGEN BYZANZ?

Die Stimmung schlägt um, als die Franzosen von einem Waffenstillstand zwischen Manuel und dem Sultan von Ikonion (Konya) erfahren. Der Kaiser war zu diesem Vertrag genötigt worden, um einen Zweifrontenkrieg zu vermeiden. Roger von Sizilien hatte das byzantinische Reich in der Tradition seiner normannischen Vorfahren im Westen angegriffen. Der Bischof von Langres schlägt nun vor, mit Roger von Sizilien ein Bündnis zu schließen, um gemeinsam einen Angriff auf Konstantinopel zu unternehmen. König Ludwig lehnt ab, aber die Lage spitzt sich trotzdem zu. Odo von Deuil:

Als also eines Tages ein Mann aus Flandern würdig der Peitsche und des Feuers - die unermesslichen Reichtümer sieht und von unmäßigen Begierde geblendet wird, ruft er: "Wie schön, wie schön" und raubt, was er begehrt und ermuntert ihm Gleichgesinnte in Bezug auf Kühnheit wie auf den Wert der Beute zum Verbrechen. Und da es überall törichte Leute gab - beim Tauschgeschäft gab es nämlich genauso viele Müßiggänger wie Dummköpfe - geraten alle ins Verderben, die Geld vor sich haben. Lärm und Wut wachsen, die Apsiden stürzen ein und Gold wird mit Füßen getreten und geraubt. In Todesfurcht fliehen die beraubten Wechsler.

Ludwig lässt den Übeltäter aufhängen und ordnet die Rückgabe der geraubten Wertsachen an. Manuel fordert erneut Garantien für die Rückgabe eroberter Gebiete. Da die Franzosen auf die Lieferung von Lebensmitteln angewiesen sind, gibt König Ludwig nach und sichert eidlich die Rückgabe zu. Im November setzt das französische Kreuzheer nach Kleinasien über.

DIE AUFLÖSUNG DES DEUTSCHEN HEERES

Kaiser Manuel hatte Konrad geraten, die zum Kampf ungeeigneten Kreuzfahrer in die Heimat zu entlassen. Aus unbekannten Gründen missachtet der König diese Empfehlung. Die Deutschen marschieren im Oktober 1147 nach Nikaia, wo Konrad die Teilung des Heeres anordnet. Otto von Freising soll mit dem größten Teil der Nichtkämpfer entlang der kleinasiatischen Küste marschieren. Das Hauptheer folgt weiter der Marschroute, die von den Kreuzfahrern im Jahr 1097 eingeschlagen worden war. Sie betreten türkisches Gebiet, ohne sich ausreichend mit Proviant versorgt zu haben. Von Hunger geschwächt kommen die Deutschen nur bis Dorylaion. Der Würzburger Annalist beschreibt den Angriff der Türken:

Da plötzlich erhebt sich in der Stille der tiefsten Nacht Lärm im Lager. Die Geschosse der Bogenschützen zeigen an, dass eine gottlose Sarazenenschar da ist. Während jeder versucht, für sein Leben zu sorgen und sich in eilender Flucht dem Schwert, das seinem Halse droht, zu entziehen, ergießt sich plötzlich eine Menge Barbaren ins Lager der Christen und bringt die vor Mühsal kaum noch atmenden Glieder der Pilger bald mit Pfeilen, bald mit gezogenem Schwert zum Erschlaffen. Überall werden die Diener Christi von Götzendienern niedergehauen, und keiner konnte den Schlächtern widerstehen... Es war nichts zu hören außer dem aus tiefem Schmerz und mit Geschrei ausgestoßenem Stöhnen der Sterbenden. Von der Gegenseite kam nur der schreckliche Ruf: "An die Kehlen des fremden Volkes" der sich gegenseitig mit hundeartigem Geheul Ermunternden.

König Konrad kann die Schlachtreihen nicht mehr ordnen. Das Heer löst sich auf und die versprengten Abteilungen erleiden auf der Flucht schwere Verluste. Weniger als ein Fünftel der Deutschen kann sich bis Nikaia durchschlagen. Das Lager mit sämtlichen Wertsachen war in die Hände der Türken gefallen. Ein großer Teil der Überlebenden begibt sich auf den Heimweg. Anfang November treffen die Franzosen in Nikaia ein. Die beiden Könige beschließen, gemeinsam nach Süden vorzustoßen, um den weniger gefährlichen Weg entlang der Küste einzuschlagen.
Die Deutschen unter Bischof Otto von Freising hatten inzwischen erfahren müssen, dass auch diese Route Gefahren barg. Der Würzburger Annalist beschreibt das Schicksal der Pilger:

Dort gerieten sie in solches Elend, dass sie ausgedörrt von Hunger und Durst die Pferde, Kamele und Esel, die ihnen noch als Lasttiere verblieben waren, töteten und das Fleisch des Zugviehs zur Stillung ihres Hungers, das Blut zum Löschen des brennenden Durstes nicht ausreichten. Als schließlich fast alle dahinsiechten und auch viele durch Hunger, Durst, Krankheit und tägliche Mühe gestorben sind, da stürzen die Sarazenen... plötzlich gegen sie hervor, zerfleischen sie widerstandslos, zerstreuen sie und töten die Älteren. Die Jüngeren führen sie in Gefangenschaft, um sie mit erbarmungswürdiger Knechtschaft zu bedrücken.

Bischof Otto erreicht mit einem kleinen Rest der Abteilung die Küste und setzt die Reise zu Schiff fort. Er hat eine umfangreiche Chronik über diese Epoche verfasst, sich aber geweigert, über seine Erlebnisse in Kleinasien zu berichten:

Da allen bekannt ist, welchen Ausgang dieser Kreuzzug infolge unserer Sünden genommen hat, und da wir uns diesmal vorgenommen haben, keine Tragödie, sondern ein erfreuliches Geschichtswerk zu schreiben, mögen davon andere an anderer Stelle berichten.

Die französisch-deutsche Heeresgruppe erreicht unangefochten das Meer bei Ephesus. König Konrad erkrankt Ende des Jahres 1147 und begibt sich nach Konstantinopel. Kaiser Manuel kümmert sich persönlich um die Pflege des Patienten. König Konrad reist im März 1148 mit einem byzantinischen Geschwader nach Palästina. Für die Anwerbung neuer Truppen hat Manuel die Kriegskasse Konrads aufgefüllt.

DER LEIDENSWEG DER FRANZOSEN

König Ludwig kann in Ephesus nicht verhindern, dass die Kreuzfahrer byzantinische Bürger ausplündern. Boten aus Konstantinopel richten Ludwig aus, dass mit Gegenmaßnahmen der griechischen Bevölkerung zu rechnen sei. Schließlich befiehlt Ludwig den Weitermarsch. Auf dem Weg nach Laodicea (bei Pamukkale) verbringen die Franzosen ein karges Weihnachtsfest. Die Lebensmittel werden knapp, und die Angriffe durch türkische Kavallerie häufen sich. Sie benutzen die Straße, auf der die deutschen Pilger unter Bischof Otto von Freising aufgerieben worden waren. Der Anblick der Leichen entsetzt besonders die adligen Damen, darunter König Ludwigs Frau, Eleonore von Aquitanien. In einem Engpass, beim Abstieg zum Meer, erfolgt ein weiterer Angriff. Wilhelm von Tyrus:

Diesmal kämpften die Feinde nicht bloß mit Pfeil und Bogen, sondern drangen mit den Schwertern auf die Fliehenden ein. Die Unseren aber wurden in einem Engpass von den ermatteten Pferden und von ihrem vielfachen Gepäck behindert. Trotzdem kämpften sie einig und kühn für ihr Leben, ihre Freiheit und für ihre Genossen... Sie kämpften lange, ohne dass sich der Sieg auf die eine oder andere Seite neigte. Am Ende aber gewannen die Feinde unserer Sünden halber die Oberhand. Ein großer Teil der Unseren fiel im Kampf. Unzählige wurden gefangen, und von dem ganzen Heere blieb nur ein kleiner Teil übrig... Unterdessen rettet sich der König fast durch Zufall aus dieser Gefahr und Verwirrung... An diesem Tage, der den Unseren so viel Unheil brachte, sank der hohe Ruhm der Franken, die Kraft vor der bis dahin die Heiden gezittert hatten, wurde zunichte und zum Gespött der unreinen Völker, die Gott nicht kennen.

Betrübt notiert Odo von Deuil:

Hier also starben die Söhne Frankreichs, bevor sie zum Manne reifen konnten.

Anfang Februar 1148 sammeln sich die Franzosen vor Attalia. Die Türken setzen ihre Angriffe fort und fügen ihnen erneut Verluste zu. Der byzantinische Statthalter hat gerade die Überlebenden des deutschen Pilgerzuges versorgen müssen. Wilhelm von Tyrus:

Als der König von Frankreich hier mit den Seinigen ankam, führte das Zusammenströmen so vieler Menschen zu einem großen Mangel an Lebensmitteln. Was vom Heer noch übrig war, und vor allem die Armen, starben in Attalia beinahe an Hunger. Der König trennte sich vom Fußvolk und schiffte sich ein.

Da nur wenige byzantinische Schiffe zur Verfügung stehen, nimmt Ludwig nur seinen Haushalt und Adlige mit den verblieben Pferden mit an Bord. Die anderen müssen sich verlustreich auf dem Landweg nach Antiochia durchkämpfen.

SÜNDEN ODER VERRAT?

Wilhelm von Tyrus führt das Missgeschick der Kreuzfahrer auch diesmal auf deren sündhaften Lebenswandel zurück. Odo von Deuil und andere Chronisten machen vor allem die Byzantiner für den Ausgang der Unternehmung verantwortlich. Die Hauptvorwürfe: Mangelnde Versorgung mit Lebensmitteln, Irreführung durch die byzantinischen Begleiter und verräterische Absprachen mit den Türken. Die byzantinischen Chronisten bestreiten das. Tatsächlich handelten die Kreuzfahrer mehrfach gegen den Rat der Byzantiner. Die Statthalter in Kleinasien haben die großen Heere weitgehend unterstützt. Ob sie in der Lage gewesen wären, mehr Lebensmittel zu liefern, lässt sich an Hand der Quellen nicht beurteilen. Die Kreuzfahrer haben auf byzantinischem Territorium geplündert: Eine gewisse Zurückhaltung der Behörden ist also denkbar. Der Vorwurf, die Byzantiner würden mit den Türken gemeinsame Sache machen, war schon nach dem ersten Kreuzzug erhoben worden. Er ist auch beim zweiten Kreuzzug nicht glaubwürdig. Byzanz ist noch immer bemüht, die Türken wieder aus Kleinasien zu vertreiben. Der Waffenstillstand, den Kaiser Manuel mit dem Sultan von Ikonion geschlossen hatte, war ja eine Folge der normannischen Angriffe auf Byzanz. Während die Kreuzfahrer sich durch Kleinasien bewegen, erobert Roger von Sizilien mit seinen Normannen die byzantinische Insel Korfu und plündert die Städte Theben und Korinth.

KRISE IN ANTIOCHIA

König Ludwig landet mit seinem Gefolge in St. Simeon und wird von Fürst Raimund von Antiochia, einem Onkel der Königin Eleonore, herzlich empfangen. Während sich die Damen erholen, beraten die Fürsten die nächsten Kriegsziele. Edessa, dessen Fall den zweiten Kreuzzug ausgelöst hatte, liegt inzwischen in Trümmern. Graf Joscelin hatte die Stadt im Handstreich zurückerobern können. Daraufhin war der neue Regent von Aleppo, Zengis Sohn Nur ad-Din, mit einem Heer ausgerückt und hatte die kleine Garnison unter Joscelin zur Flucht gezwungen. Nur ad-Din war sich bewußt, dass die Franken versuchen würden, Edessa zurückzuerobern. Um das Problem aus der Welt zu schaffen, hatte er die Mauern schleifen lassen. Da Nur ad-Din auch Antiochia bedroht, schlägt Fürst Raimund dem König einen Angriff auf Aleppo vor. Ludwig lehnt mit der Begründung ab, er wolle zunächst in Jerusalem seinen Verpflichtungen als Pilger nachkommen. Königin Eleonore ergreift die Partei ihres Onkels Raimund und erweckt damit die Eifersucht ihres Gatten. In Antiochia geht die Rede, die Beziehung zwischen Raimund und Eleonore sei nicht rein verwandtschaftlich. Wilhelm von Tyrus kann das Gerücht natürlich nicht bestätigen. Für ihn war allerdings geplant, was auf den Gassen schon getuschelt wurde:

Er (Raimund) faßte nämlich den Vorsatz, entweder mit Gewalt oder mit List dem König die Frau wegzunehmen, welche ein leichtsinniges Weib war und in den Plan des Fürsten selbst einstimmte. Die Königin war ein unvorsichtiges Weib, wie es deutliche Proben früher und später zeigten. Sie war nicht auf ihre königliche Würde bedacht und nahm wenig Rücksicht auf ihre Frauenehre. Als dies dem König berichtet wurde, beriet er sich mit seinen Großen und beschleunigte seine Abreise. Um dem Fürsten zuvorzukommen und sein Leben zu retten, zog er heimlich mit den Seinigen aus Antiochia.

VERSAMMLUNG IN AKKON

Wie König Konrad, der mit seinen wichtigsten Gefolgsleuten im April 1147 in Akkon gelandet war, begibt sich König Ludwig zunächst nach Jerusalem. Königin Melisendis und König Balduin III. geben zum Empfang prunkvolle Feste. König Konrad wirbt mit dem Geld Kaiser Manuels Söldner an, um wieder über eigene Truppen verfügen zu können. Zur Lagesprechung versammelt sich im Juni der Hochadel des Königreichs mit dem Hochadel des Abendlands (neben den Königen sieben Bischöfe, drei Herzöge und sechs Grafen) in Akkon. Zwei Ziele für einen Feldzug der vereinten Streitkräfte kamen in Frage: Aleppo oder Damaskus. In Aleppo regierte Nur ad-Din, der sich schon als entschiedener Gegner der Kreuzfahrerstaaten hervorgetan hatte. Nur ad-Din strebte wie sein Vater Zengi die Vereinigung von Aleppo und Damaskus zu einer syrischen Großmacht an. Langfristig bedeutete diese Strategie für das Königreich Jerusalem eine tödliche Bedrohung. Balduin II. hatte sie erkannt und mit Damaskus ein Bündnis geschlossen. Als Kriegsziel hat Damaskus allerdings Vorteile: Es war reicher, lag näher und schien militärisch schwächer zu sein als Aleppo. Für eine dritte Möglichkeit plädiert eine Minderheit: Die sofortige Heimkehr. Die Mehrheit greift nach dem Naheliegenden und beschließt den Angriff auf Damaskus. Im Sinn des Auftrags, den Bernhard von Clairvaux den Kreuzfahrern gegeben hatte, ist diese Entscheidung folgerichtig. Für die Missionierung mittels Schwert oder Taufbecken waren die Damaszener ebenso geeignet wie die Bewohner von Aleppo, und Bündnisse mit "Heiden" hatte der Abt sowieso verboten.

DAMASKUS WEHRT SICH

Am 24. Juli 1148 stehen die vereinten christlichen Streitkräfte vor Damaskus. Der Machthaber, Unur, hatte vorsorglich den Anmarsch der Kreuzfahrer nach Nordsyrien gemeldet und die gesamten Truppen der Region nach Damaskus befohlen. Den Christen gelingt es beim ersten Angriff, die Obstgärten vor der Stadt einzunehmen und bis zum Fluss vorzudringen. Die Kämpfe sind für beide Seiten verlustreich. Ibn al-Qalanisi:

Die Muslims stellten sich ihnen zur Schlacht: Rekruten, todesmutige Türken, Männer der Bürgerwehr, Freiwillige und Glaubensstreiter. Der Tod breitete sich unter ihnen aus. Die Ungläubigen behielten die Oberhand über die Muslims, denn sie waren ihnen an Zahl und Waffen überlegen.

Wilhelm von Tyrus:

Alles Volk der Stadt hatte sich in die Obstpflanzungen begeben, und suchte unser Heer durch versteckte und offene Angriffe zurückzutreiben. Überdies waren innerhalb der Gartenmauern hohe Häuser, von wo aus die Besitzer der Gärten mit Pfeilen und anderen Geschossen ihr Eigentum schützten... Überall drohte Gefahr, und nirgends war man vor einem unvorhergesehenen Angriff sicher. Auch hinter den inneren Mauern standen Bewaffnete, die durch kleine Schießscharten... jeden durchbohrten, der des Weges kam. Es sollen auf diese Art an diesem Tag viele der Unseren elend umgekommen sein.

In den eroberten Plantagen fanden die Kreuzfahrer nicht genug Wasser. Wilhelm von Tyrus:

Die Unseren eilten an das Flussufer, um den Durst zu löschen, den ihnen die Arbeit und der dichte Staub verursacht hatten. Als sie das Ufer von einer Menge von Feinden besetzt fanden,... versuchten sie mehrfach vergeblich zum Fluss vorzudringen. Während sich der König von Jerusalem mit den Seinigen damit abmühte, wurde... Konrad benachrichtigt. Dieser geriet in Zorn und drang mitten durch die Reihen des Königs von Frankreich mit seinen Fürsten zu dem Kampfplatz vor. Hier stiegen sie nun von den Pferden, wie dies die Art der Deutschen ist, wenn sie in große Not geraten und kämpften mit vorgehaltenen Schilden, Mann gegen Mann. Die Feinde, die vorher so tapfer widerstanden hatten, hielten diesen Angriff nicht aus... und flüchteten sich in die Stadt... Man sagte, er (Konrad) habe einem Gegner, der sich tapfer und mannhaft zur Wehr gesetzt hatte, mit einem Hieb den Kopf mit dem Hals und die linke Schulter mit dem Arm und einen Teil der Seite abgehauen, obwohl dieser eine Rüstung trug.

Die Christen hatten nach altem Brauch die Kreuzreliquie mit ins Feld geführt. In der Stadt stärkt die Bevölkerung ihr Selbstvertrauen ebenfalls an einem heiligen Gegenstand. Der Chronist Ibn al-Gauzi:

Die ganze Bevölkerung, Männer, Frauen und Kinder, versammelte sich in der großen Moschee. Dort war der Koran des Kalifen Utman ausgestellt. Sie streuten Asche auf ihr Haupt, weinten und flehten. Und Gott erhörte ihre Gebete.

Aus der nahen Umgebung treffen täglich Verstärkungen in der Stadt ein. Nach Ibn al Qalanisi wagten die Franken es nur noch selten, ihr Lager zu verlassen:

Jeder der herauskam, wurde von einem Pfeilregen oder dem Stoß einer Lanze getroffen... die Damaszener töteten alle, die sie fangen konnten, und schleppten die Köpfe davon, um die Belohnung dafür zu fordern. Eine große Anzahl von Köpfen kam in die Stadt.

DIPLOMATISCHE AKTIVITÄTEN

Nach Ibn al-Atir hatte der Regent von Damaskus den Bruder Nur ad-Dins, Saif ad-Din, den Regenten von Mosul, um Beistand gebeten:

Muin ad-Din (Unur) hatte eine Botschaft an Saif ad-Din Ghazi, den Sohn von Atabeg Zengi, geschickt und ihn gebeten, die Muslims zu unterstützen und den Feind von ihnen abzuwehren. Saif ad-Din sammelte seine Truppen und marschierte nach Syrien und nahm seinen Bruder Nur ad-Din aus Aleppo mit... Saif ad-Din schickte Boten zu Muin ad-Din (Unur) und ließ ihm sagen: "Ich verlange, dass meine Unterführer in die Stadt eingelassen werden, bevor ich den Kampf aufnehme".

Unur ist gewarnt. Die beiden Söhne Zengis würden jede Gelegenheit wahrnehmen, die Herrschaft über Damaskus an sich zu reißen. Im Notfall hätte der Regent sicher der nordsyrischen Armee die Tore geöffnet, auch um den Preis seiner Absetzung. Die Bevölkerung ist über den Vertragsbruch der Franken empört und sieht nun in den Nordsyrern verbündete Glaubensbrüder. Aber Unur zieht es natürlich vor, auf den rechtzeitigen Abzug der Christen hinzuwirken.

UNUR DROHT

Nach Ibn al-Atir sendet der Regent zwei Botschaften in das Lager der Christen. Eine ist an die Könige Ludwig und Konrad adressiert:

Muin ad Din (Unur) schickte Boten zu den Franken, die aus dem Ausland gekommen waren, und ließ ihnen sagen: "Der König des Ostens (Saif adDin) ist jetzt hier. Wenn ihr abzieht: ist alles gut; wenn nicht, übergebe ich ihm die Stadt und ihr werdet es bereuen."

Die zweite Botschaft richtet sich nach Ibn alAtir an die Barone der Kreuzfahrerstaaten:

Auf der anderen Seite ließ er (Unur) den Franken Syriens ausrichten: "Aus welchem Grund helft ihr diesen Leuten gegen uns? Ihr wisst, dass sie euch das Küstenland wegnehmen, das in euren Händen ist, wenn sie Damaskus erobern. Wenn ich merke, dass ich aus Schwäche die Stadt nicht verteidigen kann, übergebe ich sie Saif ad-Din. Ihr wisst, wenn er Herr von Damaskus wird, könnt ihr euch neben ihm nicht länger in Syrien behaupten." Sie willigten ein, sich vom König von Deutschland zu trennen... Die Franken von der Küste besprachen sich also mit dem König von Deutschland und machten ihm Furcht vor Saif ad-Din und seinem großen Heer und den Verstärkungen, die er erhielt. Die Franken Syriens sagten: "Vielleicht nimmt er (Saif adDin) die Stadt Damaskus ein und wir sind nicht mehr in der Lage, ihm zu widerstehen." Sie hörten nicht auf, so auf ihn einzureden, bis der König von Damaskus abzog...Die deutschen Franken kehrten in ihr Land heim, das hinter Konstantinopel liegt, und Gott befreite die Gläubigen von ihrer Boshaftigkeit.

BESTECHUNG

Nach Wilhelm von Tyrus bietet der Regent von Damaskus einer nicht näher bestimmten Fraktion im Lager der Christen Geld an:

Da kam ihnen (den Muslims)... der Gedanke, sich an die Habsucht der Unseren zu wenden, und da sie ihre Leiber nicht besiegen konnten, mit Geld einen Angriff auf ihre Seelen zu machen. Sie boten also all ihre Künste auf, und brachten einige Fürsten durch eine unermessliche Geldsumme, die sie ihnen versprachen und auszahlten, dahin, dass diese die Rolle des Judas übernahmen, und die Belagerung aufzuheben suchten... Sie gingen in ihrer Frevelhaftigkeit so weit, dass sie die Könige und fremden Fürsten, die in ihre Treue und in ihren Eifer alles Vertrauen setzten, gottloser Weise dazu überredeten, die Obstpflanzungen zu verlassen, und das Heer nach dem entgegengesetzten Teil der Stadt zu verlegen.

DUMMHEIT ODER KALKÜL?

Strategische Gründe für die Verlegung des Lagers in einen wasser- und pflanzenlosen Teil des Vorfeldes von Damaskus sind nicht auszumachen. Der Beschluss bedeutet das Ende der Unternehmung. Wilhelm von Tyrus:

Es trat im Lager ein Mangel an Lebensmitteln ein. Sie hatten sich nur für wenige Tage versorgt, da man ihnen vor dem Aufbruch alle Hoffnungen auf eine baldige Eroberung der Stadt gemacht hatte... Die fremden Fürsten sahen, dass sie von denen, welchen sie sich völlig anvertraut hatten, betrogen waren und hier nichts mehr zustande bringen konnten. Daher beschlossen sie die Heimkehr... So wurden also Könige und Fürsten, wie sie seit Jahrhunderten nie beisammen gewesen waren, in Furcht und Bestürzung versetzt, und mussten unserer Sünden halber auf demselben Weg, den sie gekommen waren, unverrichteter Dinge wieder in das Königreich zurückkehren.

Ibn al-Qalanisi beschreibt den Rückzug:

Die Muslims... folgten ihnen und beschossen sie mit Pfeilen. So töteten sie viele Männer, Pferde und andere Tiere in der Nachhut. Zwischen den Resten ihres Lagers und am Wegrand fand man unzählige Leichen der Erschlagenen und ihrer prächtigen Pferde. Die Kadaver stanken so sehr, dass die Vögel beinahe vom Himmel fielen.

Die Einzelheiten über die Entscheidungen im Lager der Kreuzfahrer bleiben im
Dunkeln. Wilhelm von Tyrus scheiterte bei seinen Nachforschungen:

Wegen meiner Geschichtsschreibung... habe ich kluge Männer, die sich an diese Zeit noch gut erinnern konnten, oft und eingehend gefragt, was denn eigentlich die Veranlassung dieser unglücklichen Tat gewesen und von wem sie hauptsächlich ausgegangen sei. Ich habe darüber aber sehr Verschiedenes gehört. Manche waren der Meinung, der Graf von Flandern... habe den Anlass gegeben. Vor Damaskus... soll dieser bei jedem der Könige umhergegangen sein, und sie dringend gebeten haben, ihm die Stadt nach der Eroberung zu überlassen, und es soll ihm dies auch zugesagt worden sein. Als dies einige Große unseres Königreichs hörten, waren sie, wie auch manche andere unwillig darüber... Von diesem Ärger also ließen sie sich zu einer solchen Freveltat verleiten, dass sie die Stadt lieber in der Gewalt der Feinde wissen, als dem genannten Fürsten zugestehen wollten.... Andere sagen, der Fürst von Antiochien habe... einige Fürsten des Heeres dazu bewogen, gegen... die Unternehmung des Königs zu wirken... Wieder andere sagen, die Schandtäter... seien von den Feinden mit unermesslichem Geld gekauft worden. Diese führten noch als das größte Wunder an, dass alles dieses sündhaft erworbene Geld nachher für falsch befunden worden sei. Auch darüber, von wem diese Schändlichkeit begangen worden sei, waren die Ansichten sehr verschieden, und ich weiß darüber nichts Sicheres anzugeben.

König Konrad beschuldigt später in einem Brief die Barone des Königreichs des Verrats, nennt aber keine Namen. Mehrere abendländische Chronisten behaupten, der Templerorden habe den Abbruch der Belagerung herbeigeführt. Auch gegen König Balduin III. und den Patriarchen von Jerusalem werden Vorwürfe erhoben. Dass Geld eine Rolle spielte, wird in mehreren Quellen erwähnt. Ein muslimischer Chronist nennt König Balduin als Empfänger der gefälschten Münzen. Alle Quellen stimmen darin überein, dass eine Fraktion der Führungsschicht der Kreuzfahrerstaaten den Abbruch der Unternehmung betrieben hat. Wie sie sich zusammensetzte, bleibt unklar. Als Motive kommen Bestechung und die Furcht vor einem syrischen Großreich in Frage.

DIE KÖNIGE KEHREN HEIM

Am 18. September 1147 segelt Konrad mit seinem Gefolge von Akkon ab. König Ludwig bleibt noch einige Monate, weil er auf eine weitere Unternehmung hofft. Aber die Barone des Königreichs stellen für eine geplante Belagerung der Stadt Askalon keine Truppen zur Verfügung. Im Frühsommer 1149 tritt Ludwig mit seinem Gefolge die Heimreise an. Das sizilianische Geschwader wird unterwegs von byzantinischen Kriegschiffen angegriffen. Die Byzantiner kapern ein Schiff, auf dem sich Ludwigs Wertsachen und einige französische Adlige befinden. Nach der Landung auf Sizilien erwägen König Roger und Ludwig einen Feldzug gegen Byzanz. Zurück in Frankreich weist Ludwig eigenes Verschulden von sich und schürt eifrig die antibyzantinische Stimmung. Die persönlich erlittene Schmach tilgt er mit Hilfe der Kirche. Wilhelm von Tyrus beschreibt die Scheidung Ludwigs von Eleonore und die Schließung der Ehe, aus der Richard Löwenherz hervorgehen wird:

Als er in Frankreich ankam, ließ er sich der Kränkungen wegen, die er von seiner Gemahlin während seiner Reise...erfahren hatte, in Gegenwart der Bischöfe seines Königreichs unter dem Vorwand seiner zu nahen Verwandtschaft, feierlich scheiden. Der Herr Herzog Heinrich von der Normandie und Graf von Anjou heiratete sie kurz darauf.

NEUE PLÄNE

Bernhard von Clairvaux wird in Chartres zum Anführer eines neuen Kreuzzuges gewählt. Er fragt bei Papst Eugenius an, ob er diese Rolle übernehmen solle und befürwortet den Plan. Der Papst kann aus eigenen Interessen einem Feldzug gegen Byzanz nicht zustimmen. König Konrad hat bei einem Zwischenaufenthalt in Konstantinopel das Bündnis mit Kaiser Manuel erneuert. Bei einem Krieg mit Byzanz würde Konrad also im gegnerischen Lager stehen. Eugenius ist aber auf den Beistand des deutschen Königs gegen seine Widersacher in Rom angewiesen. Die Folgen eines großen europäischen Krieges sind schwer absehbar. Der Papst zögert daher, die Kreuzzugsprivilegien zu gewähren. Er will den Plan erst fördern, wenn die Aussicht auf Erfolg durch die Mitwirkung bedeutender Fürsten gesichert ist.

ERNÜCHTERUNG

Bernhards Redekünsten gelingt es nicht, die Furcht vor den sichtbar geworden Risiken auszuräumen. Die Hoffnungen, die der Abt geweckt hatte, waren bitter enttäuscht worden. Zehntausende, die seinem Aufruf gefolgt waren, sind nicht mehr heimgekehrt. Die aufkommende Kritik bezeichnet ihr Opfer als sinnlos. Der Abt und andere Kleriker erklärten ständig, das Desaster sei durch die Sünden der Pilger verursacht worden. Dieses Argument ist für die Anwerbung neuer Pilger wenig tauglich. Welcher Gläubige konnte sich schon zutrauen, bei einer derartigen Unternehmung vor jeder Sünde gefeit zu sein. Die Kirche gestand ein, dass Gott den Kreuzfahrern seinen Segen entzogen habe. Wer garantierte dem Gläubigen, dass Gott im Wiederholungsfall nicht mit gleicher Strenge vorgehen würde? Auch irdische Erwägungen stehen einer Kreuznahme entgegen: Die Muslims hatten eine überzeugenden Kampfkraft an den Tag gelegt. Bernhard von Clairvaux bemüht sich diesmal vergeblich. In einem Brief führt er Klage über die mangelnde Bereitschaft der Fürsten. Als er 1153 stirbt, gibt es noch immer keine Stimmung für einen weiteren Kreuzzug. Sie wird sich auch in den nächsten Jahrzehnten nicht mehr einstellen.

BILANZ...

Der Autor der Kölner Königschronik dürfte die vorherrschende Meinung wiedergegeben haben:

Das Land der Heiden füllte sich mit der Beute, und den Waffen, welche dem abendländischen Heer auf diesem Kreuzzug abgenommen wurden. Weil also alles, was auf diesem Zug geschah, von Trauer und Elend und von keinem Sieg zeugt, so ist es besser, davon zu schweigen, das Schamgefühl der Abendländer zu schonen und die Ereignisse nicht der Nachwelt zu überliefern.

Auch die politische Bilanz ist für die Christenheit verheerend. Die Beziehungen zwischen dem lateinischen Abendland, Byzanz und den Kreuzfahrerstaaten haben ihren Tiefpunkt erreicht. Rund fünfzig Jahre später werden Kreuzfahrer das byzantinische Reich als Großmacht ausschalten. Für die Kreuzfahrerstaaten notiert Wilhelm von Tyrus:

Von diesem Tag an verschlimmerte sich die Lage der Lateiner des Ostens ganz offensichtlich, denn unsere Feinde sahen, wie unsere Fürsten und großen Könige, welche die festen Stützen des christlichen Volkes zu sein schienen, ihre Mühe fruchtlos verschwendet hatten und wie ihr Ruhm versunken war.

Otto von Freising räumt den Misserfolg ein, hält aber den allzu heftigen Kritikern den eingetretenen Gewinn entgegen:

Wenn... unser Feldzug nicht gut war zur Ausweitung unserer Grenzen noch für die Wohlfahrt unseres Leibes, so war er dennoch gut für das Heil vieler Seelen.

Bernhard von Clairvaux war über die Kritik enttäuscht. Er rechtfertigt sich ausführlich gegenüber Papst Eugenius und weist dabei jede Schuld von sich:

Wir eilten nicht dorthin wie ins Ungewisse, sondern auf deinen, ja durch dich auf Gottes Befehl.

... UND AUSBLICK

Bernhard von Clairvaux hat unter dem Eindruck der Katastrophe keinen Kreuzzug mehr in die Wege leiten können. Aber seine Parole für die Kreuzfahrer wird Bestand haben:

Vollständige Ausrottung der Heiden oder sichere Bekehrung.

Bernhards Konzept von der Ausbreitung des Christentums wurde in die geistige Rüstkammer des Abendlandes aufgenommen. Die Kolonisatoren werden später die Bewohner ganzer Kontinente vor die Alternative "Tod oder Taufe" stellen. Bernhards Vorstellung vom Krieg steht am Ende einer langen Entwicklung, die von den von Worten Jesu laut Bergpredigt - Selig sind, die Frieden stiften - (Matthäus 5,9) über Augustinus - Nur Kriege, die Frieden stiften sind gerecht - zu Bernhard von Clairvaux führt, der den Sinn christlichen Draufschlagens im Töten sieht:

Im Tod des Heiden sucht der Christ seinen Ruhm, weil Christus verherrlicht wird...

Im Jahr 1174 wird Bernhard von Clairvaux Heilig gesprochen.


Miniaturen. Oben: König Konrad in der Schlacht - unten: tote Kreuzfahrer. Französiche Chronik um 1490. Bib. Nat. FR 05594
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