Der Islam ist nicht greifbar, wer ihn loswerden will, muss die Muslime vertreiben. Ein halbwegs ernsthaftes Gespräch zur aufkommenden Pogromstimmung.
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Neulich beim Psychiater. Als Freund, noch nicht als Patient

Er: Hör mal, deine neuen Webseiten, was soll das, du alter Belehrer, du willst den Pegidas und Wählern und Funktionären der ALTERNATIVE FÜR DEUTSCHLAND etwas ausreden? Ihre Islamfeindlichkeit. Ihre Vorurteile gegenüber Flüchtlingen? Zwecklos. Wenn man den Leute lange genug einredet, etwas sei gefährlich, bekommen sie Angst und fühlen sich verfolgt. Paranoia. Verfolgungswahn. Das kann man ihnen dann nicht mehr wegreden, es sei denn auf der Couch. Und da landest du auch, wenn du die Welt nur noch voller Islamfeinde sieht

Ich, kleinlaut: Vielleicht lassen die Islamkritiker und Vor-dem-Islam-Warner vom Feuilleton, ZEIT. SPIEGEL, FAZ, SÜDDEUTSCHE, und Talker in den Talkshows, all die Star-Islam-Kenner etc. mit sich reden

Er: Lass es, Sie werden dich abkanzeln: Sie fallen der FREIHEIT in den Rücken; Sie Ilamversteher. Oder so ähnlich.

Ich: Die fühlen sich auf einem hohen Ross?

Er: Ja, aber es ist ja ein Kampf gegen Windmühlen. Der Islam ist nicht belehrbar, weil es ihn nicht gibt. Nicht greifbar, also auch nicht angreifbar, weil eben nur ein Begriff in Platons Himmel, hier ausgemalt als Schreckgespenst. In friedlicher Unexistenz mit dem Christentum, der Freiheit, dem WESTEN mit all seinen Werten, die allerdings auch nicht alle gut finden.

Ich: Die serösen Warner sagen, sie haben Muslime gern, wenn sie vom Islam keinen Gebrauch machen.

Er: Sie sagen keine Gewalt gegen Muslime. Gegen Islamisten, ja, die haben den gefährlichen Islam in sich, da muss die Polizei ran. Der Muslim wird verschont, solange er sozusagen ein gemäßigter Islamist ist. Die Polizei kann natürlich einfache Muslime und Islamisten auseinanderhalten.

Ich: Ach komm. Und der Neonazi?

Er: Da haben wir schon ein Problem. Den bestärkt die Botschaft vom gefährlichen Islam aus der Mitte der Gesellschaft. Aber er ist Realist und weiß, da kann man nicht draufhauen. Daher haut er sicherheitshalber auf alles, was er für undeutsch hält, da sind Muslime und Islamisten automatisch inbegriffen.

Ich: Und sie sich als gute Bürger verstehenden und sagen, sie wollen nur das Abendland vor der Islamisierung retten? Sie rufen nicht zur Gewalt auf. Also kein Problem?

Er: Sei nicht blöd, das ist alles verlogenes Zeug. Zu den Losungen der Patrioten gehört ja auch: gegen Überfremdung und so kommt sie auch bei jenen an, die sich paranoid vor allem fürchten, was ihnen fremd erscheint. Und da man den Glauben der als fremd empfundenen nicht vertreiben kann, bleibt nur übrig, sie selbst zu vertreiben. Kurzform der Botschaft: Haut ab. Sonst ...

Ich: Pogromstimmung?

Er: Vielleicht. Der Antijudaismus und Antisemitismus haben im zu rettenden Abendland regelmäßig zu Pogromen geführt. Die Moscheen sind schon dran. Und Flüchtlinge in ihren Wohnungen,

Ich: Sprich Anti-Muslime-ismus?

Er. Im kommen. Ich sage nur Mal Sachsen. Wenn es durch private oder - um den Pegidaisten entgegen zukommen - durch staatliche Repression gelänge, die wenigen dort lebenden Muslime zu vertreiben, würde der Anti-Muslime-ismus dort bleiben.

Ich: Jetzt hat unser Gespräch durch dich gegen meinen Willen eine sehr belehrende und ernste Wendung genommen. Soll ich es trotzdem auf meiner Website bringen? Veröffentlichen wäre übertrieben, findet sowieso keiner und wenn ist er schon katholisch.

Er sann nach. Dann:

Also gut. Dann kann bei der nächsten Bewältigung der Vergangenheit nicht behauptet werden, niemand habe gewarnt. In der Tür dreht er sich nochmal um und sagt mit einem diabolischen Grinsen:

Je suis Islam

Da sieht man, was an und für sich Gottlose zu leiden haben.

Peter Milger, www.milger.de