PEGIDA und ALTERNATIVE FÜR DEUTSCHLAND sind grob islamfeindlich. Und was ist mit der feingeitsigen Islamkritik? Ist eine Religion kritisierbar? Hallo Feuilleton
Islamkritik ist ein Widerspruch in sich. Kritik ist eine rationale Vorgehensweise. Nachfragen bezüglich Logik, Plausibilität, Konsistenz etc. Jede religiöse Lehre besteht aus Aussagen, die empirisch nicht nachprüfbar und weder beweisbar noch widerlegbar sind. Man kann sie beliebig für falsch oder richtig halten. Einige, viele, alle. Für schlimm halten, für gut halten. Für jede, die jemand ablehnt, findet sich ein anderer, der ihr zustimmt. Alle Sätze in den „heiligen Schriften "(Bibel, NT, Koran) sind auslegbar. Und zwar in einem nicht endlichen Umfang. Hunderttausende Theologen der drei Religionen sind fast von Anfang an entgeldlich mit Auslegungen beschäftigt und noch nicht fertig damit. Wer, außer Gott, so es ihn gibt, könnte sich anmaßen, sich in einer Religion auszukennen. Kurz, man die Sätze nur glauben, darum heißt das Ganze ja auch Glauben.

Wen sich jemand einige Aussage herauspickt und als schlimm bezeichnet, vergleicht er sie nur mit widersprechenden Sätzen aus seinem Glauben, etwa dem an die Menschenrechte. Ich bin auch ein Anhänger dieses Glaubens, weil meiner Ansicht nach bisher der humanste. Wahrlich ich sage euch: Die Glaubensätze verschiedner Religionen gegeneinander ins Feld zu führen ist a.) Keine Kritik und b.) nicht im Geist der Menschenrechte. Das Problem mit den als Worte Jesu überlieferte Aussagen: Die ich für gut halte, scheint niemand zu kennen. Wirkung gleich Null. Für Demokratie und Meschenrechte kann man nur durch gute Praktizierung werden, nicht durch Missionierung. Das Lehrt die Geschichte: Werte, die Lehre von den
Menschenrechte, der Glaube an die Demokratie, gehen bei der Ausbreitung in die Brüche. Siehe die Ausbreitung des Christentums. Zuerst kamen die Forscher, dann die Missionare, dann die Kartographen, dann das Militär.

Peter Milger, www.milger.de
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